Finanzierung Corona Hilfen
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Finanzielle Hilfen für Betriebe

Überbrückungshilfe wurde erweitert

Fiktiver Unternehmerlohn ab 17. Mai ansetzbar

Das Land Baden-Württemberg gewährt einen fiktiven Unternehmerlohn pauschal mit einem Festbetrag in Höhe von 1.000 Euro pro Monat für den Zeitraum Januar bis September 2021, sofern ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 vorliegt. Im Gegensatz zur Überbrückungshilfe I und II ist der fiktive Unternehmerlohn nicht mehr nach Höhe des Umsatzeinbruchs gestaffelt.

Zudem können wir Ihnen mitteilen, dass der baden-württembergische fiktive Unternehmerlohn für die Überbrückungshilfe III seit dem 17. Mai 2021 über die Antragsplattform des Bundes beantragt werden kann. Wurde die Überbrückungshilfe III bereits bewilligt, kann der fiktive Unternehmerlohn auch nachträglich über einen Änderungsantrag beantragt werden.

Ab sofort sind junge Unternehmen (Gründung bis 31.10.20) antragsberechtigt

Junge Unternehmen bis zum Gründungsdatum 31. Oktober 2020 sind ab jetzt antragsberechtigt. Bisher konnten nur Unternehmen, die bis zum 30. April 2020 gegründet waren, einen Antrag stellen.

Unternehmen und Soloselbstständige erhalten ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. So kann die im Einzelfall günstigste Hilfe aufgrund des unsicheren Verlaufs der ökonomischen Entwicklung nachträglich bestimmt werden.

Überbrückungshilfe III Plus

Die Bundesregierung hat beschlossen, das Corona-Hilfsprogramm „Überbrückungshilfe III“ zu verlängern bzw. als „Überbrückungshilfe III Plus“ bis 30.09.2021 fortzuführen.

Nähere Regelungen sollen in den nächsten Tagen als FAQs (Anwendungsbestimmungen der Überbrückungshilfe III Plus) veröffentlicht werden.  Überbrückungshilfe

Zunächst verweisen wir Sie zur ersten Orientierung auf die Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen vom 09.06.2021.

Was ist zum jetzigen Zeitpunkt über das geplante Programm „Überbrückungshilfe III Plus“ = „ÜIII Plus“ bekannt?

1. Grundsätzliche Fortgeltung der Förderbedingungen aus der ÜIII auch für die ÜIII Plus: Die Bundesregierung hat beschlossen, die Überbrückungshilfe III in angepasster Form bis zum 30.09.2021 zu verlängern.

Die bisherigen Förderbedingungen der Überbrückungshilfe III werden in der neuen "Überbrückungshilfe III Plus" beibehalten.

Die Verlängerung der Überbrückungshilfe III wird mit dem neuen Programm Überbrückungshilfe III Plus umgesetzt, das inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit der Überbrückungshilfe III ist.

Auch in der Überbrückungshilfe III Plus sind nur Unternehmen mit einem Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Das neue Programm wird ebenfalls durch die prüfenden Dritten über das Corona-Portal des Bundes beantragt.

2. Erhöhung der Förderobergrenze und Erweiterung um die sog. „Restart-Prämie“: Die Obergrenze für die Förderung wird durch die ÜIII Plus erhöht.

Neu hinzu kommt auch eine sog. Restart-Prämie, mit der Unternehmen einen höheren Zuschuss zu den Personalkosten im Rahmen der ÜIII Plus erhalten können.

3. Parallele Fortführung der „Neustarthilfe“ durch die Neustarthilfe Plus“ für Soloselbständige/Kleinstunternehmen: Die Neustarthilfe wird ebenfalls als „Neustarthilfe Plus“ bis zum 30.9.2021 weitergeführt.

4. Einzelregelungen, die bei der ÜIII Plus geplant sind (identisch mit den Regelungen bei der ÜIII):
Maximale monatliche Förderung: 10 Mio. Euro.
Absolute Obergrenze für Förderung:  Maximal 52 Mio. Euro und zwar 12 Mio. Euro aus dem geltenden EU-Beihilferahmen bestehend aus Kleinbeihilfe, De-Minimis sowie Fixkostenhilfe plus 40 Mio. Euro aus dem neuen Beihilferahmen der Bundesregelung Schadensausgleich. Die neue EU-Regelung zum Schadensausgleich gilt für Unternehmen, die von staatlichen Schließungsmaßnahmen direkt oder indirekt betroffen sind. Diese können künftig Schäden von bis zu 40 Mio. Euro geltend machen.

5. Neue Einzelregelungen der ÜIII Plus (die über den Regelungsrahmen der bisherigen ÜIII hinausgehen):
Restart-Prämie: Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, erhalten wahlweise zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten.

Die Restart-Prämie wird in folgender Höhe als Zuschuss gewährt:

Monat Juli 2021: Zuschuss i.H.v. 60 % der Differenz zwischen den tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021; Monat August 2021: Zuschuss i.H.v. 40 % der Differenz zwischen den tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat August 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021; Monat September 2021: Zuschuss i.H.v. 20 % der Differenz zwischen den tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat September 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021; Monate Oktober 2021 und Folgemonate: Nach September 2021 wird kein Zuschuss mehr gewährt.

  • Zuschuss für insolvenzabwendende Restrukturierungsaufwendungen:
    Im Rahmen der ÜIII Plus werden künftig Anwalts- und Gerichtskosten bis 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ersetzt.
  • Neustarthilfe Plus:
    Die Neustarthilfe für Soloselbstständige wird in Gestalt der sog. Neustarthilfe Plus verlängert und erhöht sich von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021. Für den gesamten Förderzeitraum von Januar bis September 2021 können Soloselbstständige somit bis zu 12.000 Euro bekommen.

Zum Schluss noch eine wichtige Information zur laufenden Überbrückungshilfe III: Bei Anträgen, die nach dem 30.06.2021 gestellt werden, ist allerdings keine Abschlagszahlung mehr vorgesehen. Aus unserer Praxiserfahrung ist allerdings erfreulich, dass die Bearbeitung der Anträge auf ÜIII sehr schnell (i.d.R. innerhalb von drei Wochen) erfolgt. Anträge können noch bis zum 31. Oktober 2021 gestellt werden. 

Härtefallhilfen des Landes können ab sofort beantragt werden

Härtefallhilfen des Landes Baden-Württemberg können gewährt werden, wenn ein Betrieb in Folge der Pandemie in seinem wirtschaftlichen Fortbestand bedroht ist, jedoch kein anderes, bestehendes Hilfsprogramm des Bundes, des Landes oder der Kommune in Anspruch genommen werden kann.

Die Härtefallhilfen orientieren sich in ihrer Höhe grundsätzlich an den förderfähigen Fixkosten der Überbrückungshilfe III des Bundes und sollen im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen. Auch die Unterstützung im Rahmen der Härtefallhilfen ist dabei an beihilferechtliche Grundlagen gebunden.

Eine vom Land Baden-Württemberg berufene Härtefallkommission begutachtet jeden Antrag individuell und entscheidet über die Gewährung. Die Kommission besteht aus erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern der Branchen Handel, Gastgewerbe/Tourismus, Dienstleistungen, Handwerk und der Freien Berufe. Die Härtefallkommission wird dabei von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart mit einer Geschäftsstelle unterstützt.

Anträge können für einen Zeitraum zwischen November 2020 und Juni 2021 gestellt werden. Die Antragsfrist der Härtefallhilfen endet am 31. Oktober 2021.

Alle weiteren Informationen zur Antragsberechtigung, Antragsstellung und Förderhöhen erhalten Sie auf der Antragsplattform: https://www.haertefallhilfen.de

Der Antrag kann ausschließlich über einen prüfenden Dritten gestellt werden. Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern im Land sowie der Handelsverband Baden-Württemberg stehen mit ihren Corona-Hotlines zur Verfügung.

Härtefallhilfen-Logo
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Bei weiteren Fragen können Sie sich an die Geschäftsstelle der Härtefallhilfen Baden-Württemberg bei der IHK Region Stuttgart wenden.

Telefon: +49 711 2005-1677
E-Mail: corona-hilfe@stuttgart.ihk.de
Webseite: IHK Region Stuttgart - Härtefallhilfen



Ansprechpartner Handwerkskammer

Christiane Zieher

Tel. 0621 18002-155
Fax 0621 18002-159
zieher--at--hwk-mannheim.de

Eigenkapitalzuschuss

Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Der Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt.

Außerdem wird die Fixkostenerstattung der Überbrückungshilfe III für Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent erleiden, auf bis zu 100 Prozent erhöht. Bislang wurden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.

Der neue Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung beträgt bis zu 40 Prozent des Betrags, den ein Unternehmen für die förderfähigen Fixkosten nach Nr. 1 bis 11 erstattet bekommt (vgl. FAQ zur Überbrückungshilfe III). Der Eigenkapitalzuschuss ist gestaffelt und steigt an, je länger Unternehmen einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten haben. Gezahlt wird er ab dem dritten Monat des Umsatzeinbruchs und beträgt in diesem Monat 25 Prozent. Im vierten Monat mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erhöht sich der Zuschlag auf 35 Prozent; bei fünf oder mehr Monaten erhöht er sich noch einmal auf 40 Prozent pro Monat.

Beispiel: Ein Unternehmen erleidet in den Monaten Januar, Februar und März 2021 einen Umsatzeinbruch von 55 Prozent. Das Unternehmen hat jeden Monat 10.000 Euro betriebliche Fixkosten aus Mietverpflichtungen, Zinsaufwendungen und Ausgaben für Elektrizität, Wasser und Heizung und beantragt dafür die Überbrückungshilfe III. Das Unternehmen erhält eine reguläre Förderung aus der Überbrückungshilfe III in Höhe von jeweils 6.000 Euro für Januar, Februar und März (60 Prozent von 10.000 Euro). Es erhält für den Monat März zusätzlich einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von 1.500 Euro (25 Prozent von 6.000 Euro).



Ansprechpartner Handwerkskammer Mannheim:

Thomas Dressler

Tel. 0621 18002-154
Fax 0621 18002-159
dressler--at--hwk-mannheim.de

Christiane Zieher

Tel. 0621 18002-155
Fax 0621 18002-159
zieher--at--hwk-mannheim.de

Rolf Koch
Leiter Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung

Tel. 0621 18002-156
Fax 0621 18002-159
koch--at--hwk-mannheim.de

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ – finanzielle Unterstützung für Ausbildungsbetriebe

Sie sind Ausbildungsbetrieb und die Corona-Pandemie erschwert es Ihnen, weiterhin junge Menschen auszubilden? Im Rahmen des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ können Betriebe, die von der Corona-Krise betroffen sind, finanzielle Unterstützung beantragen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit.



Ansprechpartner Handwerkskammer Mannheim:

Laura Sauer

Tel. 0621 18002-135
Fax 0621 18002-3135
sauer.l--at--hwk-mannheim.de

Rainer Kettner

Tel. 0621 18002-136
Fax 0621 18002-3136
kettner--at--hwk-mannheim.de

Yasmin Al-Shakran

Tel. 0621 18002-137
Fax 0621 18002-3137
al-shakran--at--hwk-mannheim.de



Verlängerung der Steuererklärungsabgabefristen für 2020 für von StB beratene Mandanten bis 31.05.2022

Die vom Bundestag am 21.05.2021 beschlossene Verlängerung der Steuererklärungsfristen um drei Monate hat der Bundesrat am 25.06.2021 zugestimmt. Damit verlängern sich die Abgabefristen für alle Steuer- und Feststellungserklärungen des Jahres 2020 um drei Monate. 

Das bedeutet, dass für Sie, dass, sofern Sie ihre Erklärungen mit Hilfe eines Steuerberaters/-beraterin erstellen, die Steuererklärungsabgabefrist für 2020 nicht zum 28.02.2022 ausläuft, sondern sich um drei Monate verlängert, also dann erst am 31.05.2022 auslaufen wird. 

Mit dieser Verlängerung der Steuererklärungsabgabefrist geht auch die Verlängerung der Karenzzeit für die Vollverzinsung (immer noch 6 % p.a.) um ebenfalls drei Monate einher. Seither beläuft sich die Karenzzeit (also zinslose Zeit) auf 15 Monate, nun für 2020 auf 18 Monate. Beginn der Vollverzinsung für das Steuerjahr ist dann also der 01.07.2022.

Ansprechpartner

Rolf Koch
Leiter Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung

Tel. 0621 18002-156
Fax 0621 18002-159
koch--at--hwk-mannheim.de

Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns ab 01.07.2021, 01.01.2022 und 01.07.2022

Am 30. Juni 2020 hat die Mindestlohnkommission ihre Empfehlung für die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in den Jahren 2021 und 2022 abgegeben. Die Bundesregierung ist dieser Empfehlung der Mindestlohnkommission gefolgt. 

Der Mindestlohn steigt demnach in den beiden Jahren 2021 und 2022 in vier Stufen:

  • Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2021 betrug der gesetzliche Mindestlohn: 9,50€
  • Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2021 beträgt der gesetzliche Mindestlohn: 9,60€
  • Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2022 beträgt der gesetzliche Mindestlohn: 9,82€
  • Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2022 beträgt der gesetzliche Mindestlohn: 10,45€

Planmäßig wird die Mindestlohnkommission ihre nächste Empfehlung für die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns im Sommer 2022 abgeben. Wenn die Bundesregierung dieser Empfehlung folgen wird, wird es dann ab Januar 2023 einen neuen gesetzlichen Mindestlohn-Betrag geben.

Ansprechpartner

Thomas Dressler

Tel. 0621 18002-154
Fax 0621 18002-159
dressler--at--hwk-mannheim.de

Verlängerung der Zahlungsfrist für steuerfreie Corona-Beihilfen (max. 1.500,00 €) bis 31.03.2022

Der Gesetzgeber hat am 28.05.2021 die Verlängerung der Zahlungsfrist für den steuerfreien Corona-Bonus / Corona-Prämie bis zu maximal 1.500,00 € bis zum 31.03.2022 verlängert. Vorher war geregelt, dass die steuerfreie Auszahlung einer Corona-Prämie bis zum 30.06.2021 erfolgen musste. 

Die Bedingungen zur Erlangung der Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 11a EStG sind dabei unverändert geblieben. Insbesondere die Voraussetzung, dass die Arbeitgeberleistung zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden muss (keine Entgeltumwandlung!) ist unverändert zu beachten, um die Steuerfreiheit der Bonuszahlung zu erlangen.

Ansprechpartner

Thomas Dressler

Tel. 0621 18002-154
Fax 0621 18002-159
dressler--at--hwk-mannheim.de