Newsletter – 5-2025Cybersicherheit im Handwerk: Neuer Check hilft Betrieben, digitale Risiken zu erkennen und abzuwehren
Digitale Technologien sind längst Alltag im Handwerk: Von der Angebotserstellung über die Terminplanung bis hin zur Abrechnung läuft heute vieles über IT-gestützte Systeme. Doch mit der zunehmenden Digitalisierung steigt auch die Gefahr, Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Gerade kleine und mittlere Betriebe sind häufig Ziel solcher Attacken – oft mit gravierenden Folgen.
Um Handwerksunternehmen besser zu schützen, bietet die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald jetzt einen neuen „Cybersicherheitscheck für KMU“ an. Die kostenfreie Kurzberatung richtet sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen, die ihre IT-Sicherheit auf den Prüfstand stellen und gezielt verbessern möchten.
Schnelle Orientierung in Sachen IT-Sicherheit
Der Cybersicherheitscheck wurde in Kooperation mit dem Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg, der Hochschule Aalen sowie Partnern wie der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW), dem Landeskriminalamt (LKA) und mehreren Kammern entwickelt. Das Ziel: Ein praxisnahes, leicht verständliches Beratungsangebot, das auch Betrieben ohne eigene IT-Abteilung konkrete Handlungsimpulse liefert.
"Viele Handwerksbetriebe wissen, dass Cybersicherheit wichtig ist – aber sie wissen oft nicht, wo sie anfangen sollen", erklärt Aaron Maier, technischer Berater der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. "Mit dem Cybersicherheitscheck bekommen sie in nur einer Stunde einen Überblick über ihre aktuelle Sicherheitslage und erfahren, an welchen Stellen sie gezielt nachbessern können."
Das bietet der Check
Im rund 60- bis 90-minütigen Termin vor Ort nimmt der geschulte Berater der Handwerkskammer die Abläufe im Betrieb genau unter die Lupe. Anhand einer Checkliste werden Themen besprochen wie:
- Datensicherung
- Passwortmanagement
- Abwehr von Schadsoftware
- Notfallplanung
Ergänzt wird die Analyse durch Informationskarten zu Basismaßnahmen und Fördermöglichkeiten sowie ein Online-Tool, das die Ergebnisse in einem anschaulichen Netzdiagramm visualisiert. So sehen die Teilnehmenden auf einen Blick, wo ihr Betrieb bereits gut aufgestellt ist – und wo noch Handlungsbedarf besteht.
"Der Check ist keine Prüfung, sondern eine Orientierungshilfe", betont Aaron Maier von der Handwerkskammer in Mannheim. "Wir wollen sensibilisieren, aufklären und konkrete nächste Schritte aufzeigen. Oft reichen schon einfache Maßnahmen, um das Risiko deutlich zu reduzieren."
Ein Angebot, genau zur richtigen Zeit
Die Bedrohungslage im digitalen Raum ist alarmierend: Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Branchenverband Bitkom e.V. entstanden der deutschen Wirtschaft allein 2024 Schäden in Höhe von 267 Milliarden Euro durch digitale und analoge Angriffe – davon 179 Milliarden Euro durch Cybercrime. Zudem wurden rund 115 Millionen neue Malware-Varianten entdeckt, ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen hier im Fokus, wie Innenminister Thomas Strobl betont: "Unsere kleinen und mittleren Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, sie beim Schutz ihres Know-hows zu unterstützen. Denn gerade beim Thema Cybersicherheit benötigen diese Unternehmen oftmals mehr Hilfestellung als große Industrieunternehmen."
Wissenschaftlich fundiert, praxisnah umgesetzt
Die Grundlage des Beratungsmodells stammt aus einem vom Land Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekt, das die Hochschule Aalen wissenschaftlich begleitet hat. Aufbauend auf Empfehlungen von BSI, ENISA und NIST wurde ein speziell auf KMU zugeschnittener Kurzcheck entwickelt – inklusive Schulungskonzept für die Beraterinnen und Berater der Kammern. "Unser Ziel ist es, Cybersicherheit kurz, prägnant und verständlich zu erklären", erläutert Prof. Dr. Harald Riegel, Rektor der Hochschule Aalen. "Gemeinsam mit den Kammern wollen wir dazu beitragen, dass kleine und mittlere Unternehmen besser gegen Angriffe aus dem Netz gewappnet sind."
Beratung auf Augenhöhe – direkt im Betrieb
Das Angebot richtet sich in erster Linie an Inhaberinnen und Inhaber sowie Führungskräfte von Klein- und Kleinstbetrieben, die bislang keine spezialisierte IT-Fachkraft im Unternehmen haben.
Der Check findet direkt vor Ort im Betrieb statt – ohne großen Aufwand, ohne komplizierte Vorbereitung. Nach dem Termin erhalten die Teilnehmenden eine individuelle Auswertung und eine To-do-Liste mit konkreten Maßnahmen, die sich schrittweise umsetzen lassen.
"Wir möchten, dass unsere Betriebe handlungsfähig bleiben – auch digital", sagt Aaron Maier von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. "Der Cybersicherheitscheck ist ein idealer Einstieg, um das Thema systematisch anzugehen. Wer danach tiefer einsteigen möchte, kann selbstverständlich eine weiterführende IT-Beratung in Anspruch nehmen."
So können Betriebe teilnehmen
Interessierte Handwerksbetriebe können sich ab sofort an die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald wenden, um einen Termin zu vereinbaren. Die Teilnahme ist kostenfrei, da der Cybersicherheitscheck durch das Land Baden-Württemberg gefördert wird.
Termine
Den Cybersicherheitscheck für KMU können Betriebe individuell in Anspruch nehmen. Ein Berater der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald kommt hierfür direkt in den Betrieb und arbeitet den Check individuell für die Gegebenheiten vor Ort durch.
Kontakt
Zuständig bei der Handwerkskammer in Mannheim ist:
Weitere Informationen
Wer mehr wissen möchte, findet auf der Website der Hochschule Aalen alle erforderlichen Informationen.
Zusätzliche Hilfe
Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bieten Angebote und Services zur Cybersicherheit. Auf der Website www.cybersicherheit-bw.de finden Interessierte aktuelle Sicherheitshinweise und kostenlose Präventionsmaterialien wie Factsheets und Erklärvideos.