Newsletter – 1-2025Der Druck nimmt zu – doch das Handwerk in der Region hält dagegen
Erst vor wenigen Tagen, Ende Januar nämlich, hat Wirtschaftsminister Robert Habeck die Wachstumsprognose für 2025 deutlich gesenkt. Plus 0,3 Prozent blieben nur noch. Das stimmt Industrie, Betriebe und Gesellschaft in der Bundesrepublik nach zwei Jahren des Rückgangs wenig optimistisch, zumal die Prognose von so manchem Experten – insbesondere im Hinblick auf mögliche Einflüsse durch die US-Regierung – sogar noch mit einem kritischen Fragezeichen versehen ist. Inmitten einer Lage, die von der längsten Rezession seit 20 Jahren bestimmt ist, in der Verbraucher so verunsichert sind, wie lange nicht, die Industrie krankt und Exporte deutlich zurückgehen, hält das Handwerk der Region immer noch die Fahne hoch. Es ist in keiner Weise so, dass Euphorie zugegen wäre. Doch immerhin sieht sich das Handwerk der Region in einer recht stabilen Lage. So ergeben es die Zahlen aus der Konjunkturbefragung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald zum vierten Quartal 2024.
Geschäftslage: Positiver als im Vorjahr
Die Geschäftslage bewertet das regionale Handwerk demnach sogar positiver als zum Jahresende 2023. So bezeichnen 70 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage im vierten Quartal als "gut" gegenüber 54 Prozent im Vorjahr. Lediglich 4 Prozent bewerten mit "schlecht". Ende 2023 waren dies noch 14 Prozent.
Beim Blick auf die Erwartungen im ersten Quartal 2025 wird jedoch deutlich, wie sehr sich auch das regionale Handwerk von den schwierigen Rahmenbedingungen beeinflusst sieht und dass die Belastung durch Bürokratie, Steuern und Abgaben sowie die Krise im Wohnungsbau und die schwache Konjunktur nicht ohne Wirkung bleiben. Denn trotz der im Vergleich zum Vorjahr positiveren Entwicklung im vierten Quartal, sind die Erwartungen für den Jahresbeginn 2025 verhaltener als im Vorjahr. So erwarten nur 14 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage in den ersten drei Monaten 2025. Zum Vergleich das Vorjahr: Damals sahen 28 Prozent einer positiven Geschäftsentwicklung entgegen. Knapp jeder dritte Betrieb erwartet aktuell eine Verschlechterung.
Präsident fordert bessere Bedingungen
Kammerpräsident Klaus Hofmann sieht im Ergebnis der aktuellen Konjunkturerhebung zwar einen Beleg für die grundsätzliche Stabilität des Handwerks, mahnt aber gleichzeitig die Wichtigkeit eines Wandels an. "Wir können auch im Handwerk nicht von einer Trendwende sprechen. Es gibt viele Belastungen administrativer Natur, die zur ohnehin angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation noch hinzukommen. Es ist dringend erforderlich, dass wir insgesamt wieder vorwärtskommen und nicht weiter auf der Stelle treten. Dafür braucht auch das Handwerk die entsprechenden Bedingungen", sagt der Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald.
Umsatzplus aufgrund Preisentwicklung
Für die meisten regionalen Handwerksbetriebe, nämlich 56 Prozent, blieb die Auftragslage zum Jahresende hin im Vergleich zum Vorquartal in etwa gleich. Dass mit 36 Prozent mehr Betriebe als im Vergleichszeitraum 2023 (da waren es 24 Prozent) von einer Umsatzsteigerung sprechen, ist der allgemeinen Preisentwicklung zuzusprechen. Dazu passt auch, dass mit 14 Prozent deutlich weniger der Befragten einen Umsatzrückgang verzeichneten als 2023 mit 22 Prozent.
Beschäftigte auf gleichbleibendem Niveau
Höher als noch zum letzten Jahresende ist aktuell auch der Grad der Auslastung der betrieblichen Kapazitäten. Im Vorjahresquartal waren 31 Prozent der regionalen Handwerksbetriebe zu über 80 Prozent ausgelastet. Aktuell liegt dieser Anteil bei 40 Prozent. Gleichzeitig verzeichneten die Betriebe der Region tendenziell häufiger einen Rückgang bei den Beschäftigten (18 Prozent) als einen Anstieg (7 Prozent), wobei sich der größte Teil auf gleichbleibendem Niveau bewegte. Auch mit Blick auf die kommenden Monate rechnet die absolute Mehrheit von 83 Prozent hinsichtlich der Beschäftigtenzahl mit keiner Veränderung.
Erwartung: Gleichbleibend wie zuvor
Verhalten ist die Einschätzung der Umsatzentwicklung in den kommenden Monaten. Nur 24 Prozent der Betriebe im Rhein-Neckar-Odenwald-Raum gehen von steigenden Umsätzen aus, dafür aber deutlich mehr als im Vorjahr – nämlich 48 Prozent gegenüber 32 Prozent – von keiner Veränderung. "Dies verdeutlicht den Stillstand, gegen den das Handwerk aktuell ankämpft. Investitionsanreize sind gesamtwirtschaftlich gesehen notwendig, damit die Maschinerie wieder ins Rollen kommt. Handwerk ist zäh und hat eine starke Basis, braucht aber ein gesundes Gesamtumfeld, zu der eine starke Industrie, Vertrauen in Stabilität und Fortbestand sowie Wachstum gehören", sagt Präsident Klaus Hofmann.
Der detaillierte Konjunkturbericht mit weiteren Zahlen zum vierten Quartal 2024 steht in der nebenstehenden Spalte zum Download zur Verfügung.
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