Newsletter – 5-2025Leidenschaft, Präzision und Talent: Landesausscheid der Deutschen Meisterschaft im Handwerk in Mannheim
In der Bildungsakademie der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald herrscht konzentrierte Stille. Acht junge Malerinnen und Maler aus ganz Baden-Württemberg beugen sich über ihre Werkstücke, mischen Farben, ziehen Linien, lackieren Flächen. Sie alle gehören zu den Besten ihres Faches – und sie kämpfen beim Landesausscheid der Deutschen Meisterschaft im Handwerk (German Craft Skills) um den Einzug in das Bundesfinale.
Die Besten des Landes zu Gast in Mannheim
Zwei Tage lang, Anfang Oktober, wird die Bildungsakademie in Mannheim zum Zentrum handwerklicher Spitzenleistung. Acht Kammersiegerinnen und Kammersieger, die zuvor ihre Wettbewerbe auf regionaler Ebene gewonnen haben, treten im Landesentscheid gegeneinander an. Jede und jeder von ihnen hat sich mit Leidenschaft und Können in der Ausbildung hervorgetan – und sich nun für die nächste Stufe der Deutschen Meisterschaft im Handwerk qualifiziert.
In Mannheim geht es für sie darum, ihr Wissen und ihr handwerkliches Geschick unter realistischen Bedingungen unter Beweis zu stellen. Gefordert sind Konzentration, Ausdauer und Präzision – denn das Wettbewerbsprogramm ist anspruchsvoll: Vier Aufgaben in nur 13 Stunden, verteilt auf eineinhalb Tage. Lackierungen, Farbmischungen, Sondertechniken, Tapezierarbeiten und Beschriftungen – jedes Detail zählt.
"Es war sehr wenig Zeit für ganz schön viel Arbeit", sagt Ilija Vasilev aus Rottweil, der für die Handwerkskammer Konstanz angetreten war und am Ende die Jury am meisten überzeugte. Der frisch gekürte Landessieger darf nun Baden-Württemberg beim Bundesentscheid vertreten.
Höchste Ansprüche an Technik und Gestaltung
Die Aufgaben werden vom Bundesverband des Maler- und Lackiererhandwerks zentral gestellt und auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst. Zwei bis drei Wochen vor dem Wettbewerb erhalten die Teilnehmenden die Themen, damit sie sich vorbereiten können. Unterstützung während des Wettbewerbs gibt es jedoch keine – allein die fachliche Qualifikation zählt.
Unter den kritischen Augen der Jury müssen die jungen Fachkräfte zeigen, wie sie mit Werkzeug, Farbe und Technik umgehen. Bewertet werden Maßgenauigkeit, Kantenverläufe, Deckkraft, Farbharmonie und gestalterische Umsetzung. Schon kleinste Unterschiede entscheiden über die Platzierungen. "Erst wenn man in die Tiefe schaut, sieht man, wer technisch und gestalterisch wirklich herausragt", erklärt Ausbildungsmeister Robert Beier von der Bildungsakademie Mannheim, der gemeinsam mit Malermeister Ferrit Kellouche die Aufsicht führt.
Besonderes Fingerspitzengefühl ist bei den Farbmischungen gefragt. Tropfenweise müssen die Töne exakt getroffen werden – und das nicht nur im nassen Zustand. "Noch ein bisschen mehr, glaube ich", murmelt Timo Pfaus aus Heddesbach, der die Kammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald vertritt, während er versucht, den perfekten Grauton zu treffen. Seine Präzision wird am Ende belohnt: Was die "Farbmischung" anbelangt, liegt er ganz vorn.
Ein Wettbewerb mit Mehrwert für Betriebe und Nachwuchs
Für die Teilnehmenden - alle Bilder sind in der Bildergalerie zu sehen - ist der Wettbewerb weit mehr als ein Leistungsvergleich. Viele von ihnen sehen die Teilnahme als persönliche und berufliche Bereicherung. "Ich kann die Teilnahme nur empfehlen", sagt Timo Pfaus. "Es macht Spaß, man lernt viel dazu und zeigt, was man kann. Außerdem ist es ein starkes Signal im Lebenslauf."
Das bestätigt auch die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Kammerpräsident Klaus Hofmann betont: "Mit diesem Wettbewerb zeigen unsere Nachwuchskräfte, wie viel Qualität, Kreativität und Leidenschaft im Handwerk steckt. Das stärkt die Wahrnehmung unseres Berufsstandes und ist ein wichtiges Signal für die gesamte Branche."
Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk (German Craft Skills) wird jährlich vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Kooperation mit den Handwerkskammern, Fachverbänden und den Landesausschüssen des Handwerks organisiert. Sie bietet jungen Gesellinnen und Gesellen die Möglichkeit, ihre handwerklichen Fähigkeiten im bundesweiten Vergleich zu zeigen. Die Besten eines Jahrgangs dürfen sich anschließend bei der WorldSkills oder EuroSkills mit der internationalen Elite messen.
Wettbewerb lebt von Engagement der Betriebe
Der Erfolg der jungen Talente wäre ohne die Unterstützung der Ausbildungsbetriebe nicht möglich. Sie stellen ihre Mitarbeitenden frei, stellen Material zur Verfügung und begleiten sie mit großem Einsatz. "Die Chefs müssen mitspielen", sagt Ferrit Kellouche. "Ohne das Engagement der Betriebe könnte kein Wettbewerb stattfinden."
So mancher Betriebsinhaber fährt seine Junggesellen persönlich zum Austragungsort – ein Zeichen dafür, wie stark die Identifikation mit dem eigenen Nachwuchs ist. Dieses Engagement verdient Anerkennung, genauso wie die Motivation der jungen Handwerkerinnen und Handwerker, die sich den Herausforderungen stellen.
Leistungsbereitschaft und Stolz aufs Handwerk
Das Ziel der Deutschen Meisterschaft im Handwerk geht weit über das reine Gewinnen hinaus. Der Wettbewerb fördert den Austausch zwischen den besten jungen Fachkräften, stärkt den Teamgeist und vermittelt Stolz auf das eigene Können. Damit trägt er zur Imagepflege des Handwerks bei und zeigt, dass handwerkliche Berufe Innovationskraft, Präzision und Kreativität vereinen.
In Mannheim war diese Begeisterung deutlich spürbar. Die Atmosphäre in der Bildungsakademie war geprägt von Konzentration, gegenseitigem Respekt und Begeisterung für das eigene Fach. "Alleine die Stimmung unter den Teilnehmenden war ein Erlebnis", so Pfaus. "Man merkt, dass Handwerk verbindet."
Feierstunde in Mannheim würdigt die Besten
Anerkennung für die herausragenden Leistungen gibt es am 17. November 2025, wenn die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald zu einer Feierstunde mit Preisverleihung in die Bildungsakademie einlädt. Dort werden alle erfolgreichen Teilnehmenden des Landesausscheids geehrt – ein besonderer Moment für die jungen Gesellinnen und Gesellen, ihre Betriebe und Familien.
Fazit zur Deutschen Meisterschaft im Handwerk
Der Landesausscheid der Deutschen Meisterschaft im Handwerk in Mannheim zeigt eindrucksvoll, wie viel Talent, Disziplin und Leidenschaft im Handwerksnachwuchs steckt. Für Betriebe ist er zugleich ein Schaufenster für Ausbildungsqualität und Engagement. Wer hier antritt – ob als Teilnehmender oder als unterstützender Betrieb – zeigt, was das Handwerk stark macht: Können, Gemeinschaft und Stolz auf das eigene Tun.
Die Fakten zur DMH
Europas größter Berufswettbewerb
jährlich über 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in allen 130 Handwerksberufen
fördert seit 1951 die Nachwuchsleistungen im Handwerk
Short-Facts
- Ausrichter: Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
- Ziel: Förderung des handwerklichen Nachwuchses, Sichtbarmachung von Exzellenz im Handwerk
- Teilnahme: Nur für die besten Gesellinnen und Gesellen eines Abschlussjahrgangs
- Ablauf: Kammersieg Landesausscheid Bundesfinale
- Perspektive: Chance auf Teilnahme an den WorldSkills oder EuroSkills
- Nutzen für Betriebe: Nachwuchsförderung, Motivation, Imagegewinn, Fachkräftebindung
Weitere Infos
auf der Website zur Deutschen Meisterschaft im Handwerk
Kontakt
für Fragen rund um das Thema Deutsche Meisterschaft im Handwerk bei der Handwerkskammer Mannheim Rein-Neckar-Odenwald:
Eindrücke
vom Landesausscheid in Mannheim gibt es in der Bildergalerie