Newsletter – 1-2026Vom Suchen und Finden: Nachfolge-Projekt bringt Betriebsübergeber mit -übernehmern zusammen
Die größte Hürde bei der Übergabe ist heute wohl das "einander Finden". Längst sind die Zeiten vorbei, dass Betriebsnachfolger im Handwerk aus der eigenen Familie kommen. Wer übergeben will, muss seine Kreise weiterziehen. Und wer übernehmen will, erst mal erfahren, wer ein Unternehmen abzugeben hat. Das vom Land geförderte Nachfolge-Projekt "Next Generation Handwerk" setzt hierbei an. Beide Seiten zusammenzubringen und beide Seiten über die Anforderungen bei der Staffelübergabe aus der individuellen Sicht zu informieren, sind Kerninhalte eines umfassenden Konzepts, für das sich die acht Handwerkskammern in Baden-Württemberg zusammengeschlossen haben. Auch die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald ist mit im Boot und bietet am Donnerstag, 19. März 2026, bereits das zweite Netzwerktreffen im Rahmen von „Next Generation Handwerk“ an.
Wie Betriebsübergaben gelingen
Die Veranstaltung unter dem Titel "It’s a match! – von Meisterhand zu Meisterhand" ist von 15 bis 19 Uhr im 1000 Satellites in der Glückssteinallee 25 in Mannheim terminiert. Das Event bietet den idealen Rahmen, um Gleichgesinnte und potenzielle Partner zu treffen und sich zu vernetzen. Darüber hinaus halten die Berater der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald Informationen bereit und stehen für Fragen zur Verfügung. Anhand von erfolgreichen Betriebsübergaben soll erläutert werden, worauf es bei der Nachfolge wirklich ankommt.
Schon beim ersten Netzwerktreffen, das die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald im November geboten hatte, war das Interesse groß. In Experten-Vorträgen ging es um die steuerlichen Aspekte einer Betriebsübergabe, wie Unternehmer den Prozess des Übergebens ideal vorbereiten können und darum, was es auf der menschlichen Seite zu beachten gilt.
Von Kampagne bis Matching-Plattform
Die Netzwerkveranstaltungen bei den acht Kammern flankieren das Nachfolgeprojekt in seiner Gesamtheit. Dieses besteht aus mehreren Komponenten, die ineinandergreifen und sich ergänzen. So können beispielsweise Module über die "Generation-H-Academies" gebucht werden, die kompaktes Wissen vermitteln. Eine Matching-Plattform soll ab Sommer zur aktiven Vermittlung von Übernehmern und Übergebern beitragen. Dazu gibt es eine Kommunikationskampagne, die das Recruiting potenzieller Betriebsnachfolger im Handwerk gezielt stützt. Darüber hinaus bleibt die individuelle Beratung durch die Experten in den Handwerkskammern ein Kernelement.
Die Veranstaltung "It’s a match! – Von Meisterhand zu Meisterhand" am 19. März 2026 in Mannheim findet im Rahmen der Reihe "Lebenswerk erhalten – Nachfolge gestalten" und des Projekts "Next Generation Handwerk" statt. Es wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus gefördert.
Netzwerkveranstaltung
Donnerstag, 19.03.2026
15 bis 19 Uhr
1000 Satellites (12. Stock), Glückssteinallee 25, Mannheim
Anmeldung
Eine Anmeldung ist bis zum 11.03.2026 erforderlich: Hier Anmeldeformular ausfüllen.
Next Generation Handwerk
Weitere Informationen zum Nachfolge-Projekt des Landes und den gebotenen Möglichkeiten auf der Website zum Projekt.
Kontakt
Beratungsanfragen beim Team der Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. E-Mail: wirtschaftsfoerderung@hwk-mannheim.de.
Nachgefragt
Ein Drittel aller handwerklichen Betriebe sollen in den kommenden Jahren vor einer unsicheren Zukunft zwischen Betriebsübergabe und Betriebsaufgabe stehen.
Wie stellt sich die Situation in der Region dar?
Jens Brandt, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald:
"Die Region stellt keine Ausnahme zum bundesweiten Trend dar. Es ist Fakt, dass in einer Vielzahl von Betrieben in naher Zukunft die Übergabefrage ansteht. Das hat allein schon mit der demografischen Entwicklung zu tun. Wie viele es im Kammergebiet tatsächlich sind, lässt sich nur mutmaßen. Man könnte beispielsweise das Alter von Betriebsinhabern zugrunde legen. Nach aktuellem Stand sind bei 1.235 Betrieben die Inhaber im Alter zwischen 61 und 65 Jahren, bei 1.035 Betrieben sind die Inhaber 66 Jahre und älter. Zusammengenommen ein Anteil von rund 22 Prozent der Betriebe im Kammergebiet. Das ist eine Menge …"
Wie kann die Kammer unterstützen?
Klaus Hofmann, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald:
"Eine Kernaufgabe muss darin bestehen, Übergeber und potenzielle Übernehmer zusammenzubringen. Heute ist es vielfach nicht mehr so, dass sich Nachfolger in der Familie finden lassen. Beide Seiten müssen also erst mal voneinander erfahren. Das Land Baden-Württemberg bezuschusst seit dem vergangenen Jahr das Nachfolgeprojekt „Next Generation Handwerk“. Auch die Handwerkskammer in Mannheim ist hier angegliedert. Ein Teil des Projekts ist eine Matching-Plattform, die demnächst online geht. Darüber hinaus gibt es Networking-Veranstaltungen, auch durch unsere Kammer organisiert – die nächste findet am 19. März 2026 in Mannheim statt. Es gibt Schulungen, die Generation-H-Academies, Kurse und ganz wichtig: die individuelle Beratung durch die Mitarbeitenden der Kammer. Wir decken hierbei von der Unternehmensbewertung über die Finanzierungsberatung bis hin zum Businessplan das komplette Portfolio ab."