Newsletter – 6-2025Weihnachtszauber in der Bildungsakademie: Nachwuchsbäcker auf großer Christmas-Mission
Auf den Backblechen, die duftend aus dem Ofen kommen, liegen alle Bausteine, die die jungen Handwerker an diesem Tag brauchen. Es riecht nach Weihnachten, auch wenn es noch ein bisschen hin ist. Strahlende Augen in lachenden Kindergesichtern sieht man an diesem Tag auch ohne Geschenke unterm Baum. Die machen sich die Kids nämlich selbst: mit weihnachtlichen Zuckerhäusern (siehe Bildergalerie). Lebkuchenduft erfüllt die Backstube in der Bildungsakademie der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald mit seinem typischen Geruch. Süß-würzig mit Noten von Zimt, Nelken, Ingwer und Kardamom, einem Hauch von Anis und Muskat, Nüssen und Honig.
Zuckermörtel für 15 Lebkuchenhäuser
Die Freude ist riesig und die Geschmacksproben bestehen bravourös den ersten Test. "Lecker!", nickt Neyla. Gut, dass neben Dachseiten, Häuserfront, Tannenbaum und Schornstein noch ein paar Extraklekse den Weg aufs Backblech fanden, die jetzt geradewegs in Münder wandern. "Wir brauchen Kleber!", ruft Konditor- und Bäckermeister Florian Greiner durch den Raum. Kleber? Einen Moment herrscht fragende Stille im ansonsten recht aufgeregten Trubel in der Backstube. "Klar, das Haus muss doch halten", lacht der Ausbilder in der Bildungsstätte. "Wir machen den auch selbst. Wer ist denn gut im Rechnen?" Erstaunlich viele Hände ragen in die Luft. Gebraucht wird fünf Mal so viel Puderzucker wie Eiweiß. Macht bei 800 Gramm Eiweiß also 4000 Gramm Puderzucker. Ganz schön viel. Doch es muss ja auch für 15 Lebkuchenhäuser reichen, die nicht nur ordentlich "Mörtel" für den Aufbau brauchen, sondern auch viel "Dekostoff", der am Ende Dächer, Türen, Bäume und Wegränder verziert.
Weil Stolz die Lust auf Handwerk weckt
Jeder, der an diesem Nachmittag beim "Weihnachtszauber selbst gemacht" mit dabei ist, soll sein eigenes Häuschen mit nach Hause nehmen. Die jährliche Aktion in der Bildungsakademie der Handwerkskammer ist auch diesmal wieder ein voller Erfolg. Alle Plätze sind ausgebucht und die Begeisterung, die das Angebot erneut auslöst, zu spüren (hier geht es zur Bildergalerie). Es geht darum, Handwerk nicht nur zu zeigen, sondern greifbar zu machen. Es soll selbst ausprobiert werden und ein Ergebnis haben. Das, was Handwerkerinnen und Handwerker tagtäglich erfahren, nämlich den Stolz auf ihre Arbeit, erleben an diesem Tag auch Jungs und Mädels im Alter von acht bis zwölf Jahren. Einige von ihnen haben schon ein bisschen Backerfahrung. Andere probieren es einfach aus. "Sauerteig habe ich schon mal gemacht", sagt Lotte. Das Lebkuchenhaus, das an diesem Nachmittag entsteht, ist ihr erstes.
Wer selbst backt, darf auch selbst naschen!
Dass dabei nicht alles rundlaufen kann, versteht sich von selbst. Den ersten Hauseinsturz erlebt die fröhliche Truppe bei Lia-Sophie. "Keine Sorge, das bekommen wir wieder hin", sagt Florian Greiner. Er ist zur Stelle, wenn irgendjemand Hilfe braucht. Und so ein Einsturz gehört einfach mit dazu. Wenig später ist an anderer Stelle ein Dachschaden zu reparieren. So ist das halt, wenn der süße Kleber noch nicht ganz ausgetrocknet ist. Dafür bleibt er so wunderbar an allen Fingern hängen und darf – nein, muss sogar – immer wieder abgeschleckt werden. Irgendwann hält alles. Und zwar bombenfest. Der Experte weiß das. "Mein Lebkuchenhaus, das ich 2011 im zweiten Lehrjahr gemacht habe, war bis vor zwei Jahren noch regelmäßig im Weihnachtseinsatz", erzählt er. "Das hält ewig." Der Teig, den er mit den Kids dafür gemacht hat, ist ein wenig fester als die weichen Lebkuchen, die man aus der Packung kennt.
Jedes Haus ein Kunstwerk für sich
Es braucht schließlich ein stabiles Fundament. Denn die Häuser werden noch so einiges tragen. "Schmeißt drauf, was ihr findet", lacht der Konditormeister. Das lassen sich die Nachwuchsbäcker nicht zweimal sagen. Marzipanpunkte, bunte Zuckerperlen, Schokospiralen, essbares Konfetti regnet auf die Dächer. Mit dem Spitzbeutel werden Verzierungen aus Zucker-Eischnee aufgesprüht, Smilies und Weihnachtsmänner kreiert, neben einem Weihnachtshäuschen "brennt" sogar ein Lagerfeuer, das sich theoretisch auch vernaschen ließe. Wäre es nicht viel zu schade, solch ein Kunstwerk zu zerstören. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich jedes Haus aussieht. Die Brüder Johannes und Sebastian haben nebeneinander gearbeitet und jeder für sich selbst ein eigenes Schmuckstück erschaffen. Als am Abend ihre Mama genauso stolz die Werke betrachtet, ist eines klar: die Vorlagen für die Lebkuchenhäuser müssen mit! Daheim soll gleich noch eins gebacken werden.
Junge Menschen für Handwerk gewinnen
Ein solches Ergebnis wünschen sich die Macher in der Handwerkskammer. Erfahrung mit Handwerk, die Freude macht und ansteckt. Schon in jungen Jahren. Vielleicht hat der Spaß der Weihnachtsbäckerei von heute so die Bäckermeister von morgen hervorgebracht. Weihnachtszauber hat die Aktion auf jeden Fall bewirkt.
Weitere Eindrücke von der Weihnachtsbäckerei in der Bildergalerie.
Kontakte
Veranstaltungen
Die Weihnachtswerkstatt ist nur eine von vielen Aktionen in der Bildungsakademie der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, bei der junge Menschen Handwerk selbst entdecken und ausprobieren können. Die nächste Veranstaltung wartet schon im März 2026 bei Handwerk im Rampenlicht. Ansprechpartnerin hierfür:
Tel. 0621 18002-161
Fax 0621 18002-400
Beratung
Unterstützung für alle Interessierten an einer Ausbildung im Handwerk gibt es bei der Ausbildungs- und Nachwuchssicherungsberatung der Handwerkskammer. Kontakt: ausbildungsberatung@hkw-mannheim.de.
Oder bei den Beratern persönlich:
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