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Handwerk blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft

Pressemitteilung vom 09.10.2020

Vom Normalbetrieb noch weit entfernt

"Obwohl das Handwerk in Mannheim und der Region Rhein-Neckar-Odenwald weniger stark von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen war als andere Wirtschaftszweige, sind die Handwerksbetriebe der Region noch weit vom Normalbetrieb entfernt." Detlev Michalke, Pressesprecher der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald stellte die Zahlen der Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2020 vor. Michalke: "War die Auslastung in den vergangenen Monaten oftmals noch geringer als vor der Krise, zeigten sich viele Betriebe zudem zurückhaltend bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung."

Die langsame Erholung der Handwerkswirtschaft ergebe sich aus den ermittelten Zahlen zum Ende des dritten Quartals. Stellten Ende September 2019 noch 78,7 Prozent der Betriebe ihrer Geschäftslage ein gutes Zeugnis aus, so waren es in diesem Jahr nur noch 61,7 Prozent. Die Zahl der Betriebe mit einem schlechten Geschäftsverlauf stieg von 8,1 Prozent 2019 auf aktuell 14,3 Prozent.

Auch die Auftragslage war wieder vorwärtsgerichtet, wenngleich sie noch nicht ganz an das Vorjahresergebnis heranreichte. Freuten sich 40,3 Prozent (2019: 34 Prozent) über vollere Auftragsbücher, mussten 25,0 Prozent (2019: 15,0 Prozent) weniger Auftragseingänge verzeichnen. Auch die Kapazitätsauslastung des regionalen Handwerks hat in den letzten drei Monaten spürbar nachgelassen. Weniger Unternehmen als im Vorjahr waren sehr gut und gut (50,2 Prozent; 2019: 69,1 Prozent) ausgelastet, während mehr Unternehmen große Kapazitätsfreiräume (24,2 Prozent; 2019: 5,9 Prozent) hatten.

Michalke bestätigte, dass angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen die Umsatzentwicklung im regionalen Handwerk recht gut war, jedoch deutlich unter dem Vorjahresergebnis lag. "Denn höhere Umsätze verzeichnete in den letzten Wochen gut jeder dritte Betrieb (30,8 Prozent), während jeder fünfte (20,1 Prozent) über Umsatzeinbußen klagte", so Michalke weiter.

Beim Blick in die Zukunft mache sich "verhaltener Optimismus breit", bestätigte Michalke. Immerhin erwarten 60,2 Prozent, also 3 von 5 Handwerksbetrieben, ein Fortbestehen der aktuellen Geschäftslage. Eine Verschlechterung dagegen erwarten 10,9 Prozent, wohingegen 28,9 Prozent auf eine bessere Entwicklung hoffen. Diese Zuversicht spiegele sich auch in den Auftragserwartungen wieder, denn die Zahlen liegen auf dem Niveau von 2019. 30,4 Prozent der Betriebe erwarten mehr Auftragseingänge, auf einen Rückgang stellen sich dagegen 12,9 Prozent ein. Auch bei der Umsatzentwicklung bestätigen die Zahlen den Optimismus der Betriebe, denn 37,6 Prozent der Befragten erwarten Umsatzsteigerungen, mit weniger Umsätzen rechnen dagegen 11,9 Prozent.

Michalke bestätigte beim Blick in die einzelnen Branchen, dass sich die Bauhandwerke erneut als Lokomotive zeigten. Den Spitzenplatz sicherte sich das Bauhauptgewerbe, das zwar im Vergleich zu 2019 6,3 Zähler verlor, aber mit plus 87,5 Punkten weiterhin an der Spitze liegt, gefolgt von den Ausbauhandwerken mit 75,0 Punkten. Den dritten Platz belegten die Gesundheitshandwerke, die ihr Vorjahresergebnis von plus 47,4 Punkten halten konnten.  Deutliche Verluste fuhren in den letzten drei Monaten die Branchen Kfz-Gewerbe, Nahrungsmittel und Gewerblicher Bedarf ein. Beim Blick in die Zukunft fällt der Spitzenwert für die Nahrungsmittelhandwerke auf, für die die bevorstehende Weihnachtszeit Träume wachsen lässt. Besonders deutlich nahm die Zuversicht bei den Handwerken der Dienstleistungsbranche ab, deren Erwartungsindex um 41,7 Zähler nach unten ging und nunmehr noch bei 8,3 Punkten liegt.

"Wichtig für das Handwerk ist es, dass jetzt die Politik stabile Rahmenbedingungen vorgibt, vor allem Mehrbelastungen, etwa in Form von Steuern, unterbleiben. Die richtigen Signale der Vergangenheit sollten in die Zukunft weitergeführt werden. Dazu gehören neben der Liquiditätssicherung auch die Unterstützung ausbildender Betriebe", so Michalke weiter. Und er appellierte an die Kommunen, jetzt in die Infrastruktur zu investieren, auch, um das örtliche Handwerk zu unterstützen, denn die Betriebe zahlten vor Ort Steuern und böten Ausbildungs-und Arbeitsplätze.

Anmerkung:

Den angesprochenen ausführlichen Bericht zur Konjunktur in der Region Rhein-Neckar-Odenwald inklusive Grafiken finden Sie auf der Homepage der Kammer www.hwk-mannheim.de/konjunktur

Das Handwerk ist mit seinen kleinen und mittleren Betrieben das Herz des Mittelstandes und der deutschen Wirtschaft. Im Bezirk der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald mit den Stadtkreisen Mannheim und Heidelberg und den Landkreisen Rhein-Neckar und Neckar-Odenwald sind mehr als 12.900 Betriebe mit 87.500 Beschäftigten sowie rund 4.500 Lehrlingen und einem Umsatz von mehr als 6,6 Milliarden Euro im Handwerk tätig.

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